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Von Raunächten und Schwellenzeiten

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Germanische Wurzeln, keltische Zwischenräume und ein moderner gelebter Weg der Raunächte


Kleine Tannenbäume in Winterlandschaft, mystisch, mit Nebel hell am Tag

Zwischen germanischen Raunächten und keltischen Zwischenräumen

Wenn wir über das Thema Raunächte sprechen, sprechen wir nicht von einer feststehenden Tradition, die schon seit Jahrhunderten so gelebt wird. Wir begegnen in der Hauptsache zwei alten spirituellen Wegen, die wie zwei Strömungen im nordeuropäischen kollektiven Unbewussten liegen.

Der eine Weg, geboren aus germanischen Traditionen, die die Zeit der Raunächte archaisch, rau und erdig begehen, geboren aus Wintern, die das Leben geprüft haben und die Menschen lehrten, die Kräfte der Natur zu achten.

Der andere Weg ist weich und weit, getragen von keltischen Zwischenräumen, von Nächten, in denen die Welt ein wenig durchlässiger wirkt und die Grenze zur Anderswelt eher wie ein Atemzug erscheint.

Beide tragen ihre Wahrheit, die sich still bis in unsere Zeit hinübergerettet hat. Und beide berühren sich immer wieder an bestimmten Schnittpunkten, wie zwei gegensätzliche Pole, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit brauchen, um zusammen ein Ganzes zu ergeben.


Die Wilde Jagd und die germanische Raunachtswelt

In unserem heutigen Verständnis der germanischen Welt sind die Raunächte erfüllt von der stürmenden Kraft der Wilden Jagd, in den Masken, im Reinigen der Häuser, im Räuchern, im Versuch, Licht und Ordnung zurückzuholen, wenn die Dunkelheit am tiefsten ist. Es ist eine Zeit, die uns daran erinnert, dass Loslassen zur Bewegung des Lebens gehört und dass wir manchmal stehenbleiben müssen, bevor etwas in uns weitergehen kann.


Diese Zeit trägt eine gewisse Bedrohlichkeit, es gibt allerlei Raunachtsgebote, die uns vor den allzu wilden Gestalten schützen sollen. Diese Tradition hat etwas Erdiges, etwas Klar-Entschlossenes. Sie sortiert. Sie bündelt. Sie schafft Platz und ist dabei deutlich, sodass wir ohne Zweifel verstehen, was zu tun ist.


Obwohl wir hier einer überwältigenden Kraft gegenüberstehen, spricht die germanische Raunachtstradition auch davon, dass, wenn wir Verantwortung übernehmen, das, was wir uns wünschen, erfüllt wird. Wir müssen uns nur an die Regeln halten.

Die Nacht kann nicht bekämpft werden, sie muss geachtet werden, und wenn wir uns daran anpassen, wird alles sozusagen gut. Diese Raunachtstraditionen wirken eher streng und streckenweise beängstigend. Sie spiegeln uns die unterdrückten Ängste, denen wir uns das ganze Jahr nicht stellen können.


Die keltischen Zwischenräume der Raunächte und ihre Bedeutung

Die keltische Sicht bewegt sich anders, fast wie ein leiser Windhauch. Sie öffnet Tore, die nicht benannt werden müssen. Räume, in denen Verbindung entsteht, weil man die Natur nicht nur im vorübergehen staunend betrachtet, sich aber sonst ohne Verbindung in ihr bewegt. Die Zeit der keltischen Zwischenräume verbindet uns mit dem Rhythmus der Natur, sodass wir in diesen Nächten uns und die Welt besser fühlen können.


Es gibt dort keine zwölf festen Nächte. Es gibt Übergänge. Tore im Jahr. Momente, in denen die Intuition wacher wird und die Seele Geschichten erzählt, die nur hörbar sind, wenn wir stiller werden.


Die Kelten kannten den Rhythmus des Lichtes und der Dunkelheit. Sie kannten die Sprache der Zyklen und das tiefe Vertrauen, dass alles seinen Platz hat. In ihrer Sprache und in ihren Handlungen gab es stets das Bewusstsein für das Sichtbare und das Unsichtbare. Und vielleicht berührt uns genau diese Perspektive auf die Welt deshalb so sehr, weil sie uns daran erinnert, dass wir Teil eines größeren Kreises sind, der uns nie verloren hat.


In diesen Nächten wird uns gelehrt, dass die Dunkelheit Raum gibt, um mit uns zu sein, um in Verbindung zu treten mit uns und dem, was sich in der Welt bewegt. Die Archetypen der keltischen Wintertraditionen sind wärmer, begleitender, sanfter, sie öffnen uns anders für das, was wir im Laufe des Jahres nicht zulassen konnten.


Zwischen den Wegen entsteht etwas Eigenes

Meine persönlichen Begegnungen der germanischen Traditionen in meiner Kindheit und mein Interesse an den historischen keltischen Traditionen inspiriert das, was ich heute in den Raunächten lebe, ohne dass ich je entschieden hätte, einem bestimmten Weg oder einer Tradition zu folgen.


Meine Form der Raunächte hat die Klarheit der germanischen Tradition, ohne den Druck der archaischen wilden Kräfte. Sie hat die Weite und Verbundenheit der keltischen Welt, ohne den Feenstaub.Sie entsteht aus dem Jetzt, aus dem Leben, das wir heute führen, aus den Fragen, die Menschen heute in sich tragen.


Statt etwas nachzuahmen, lernsen wir uns selbst zuzuhören, was diese Zeit jetzt gerade sagen möchte. Und das ist bei jedem Menschen anders, braucht für jeden etwas anderes und ist niemals vergleichbar. Nicht einmal im persönlichen Erleben der jeweils gelebten Raunächte im Vergleich zu den vergangenen Jahren.


Die unsichtbare Seite der Raunächte – das, was wirklich geschieht

Was du in meinem Podcast hörst, ist nur der sichtbare Rand. Das eigene innere Erleben entsteht im Gehen. In der Stille, die wir uns selten erlauben. In den Fragen, die auftauchen, wenn der Lärm des Jahres abfällt.


Für mich können die Raunächte kein System oder gar eine Pflicht beinhalten, sie sind ein Übergang von einem Zyklus in einen anderen, ein Moment, in dem das Alte ausatmet und das Neue noch so zart ist, dass man es eher spürt, als dass man es sieht.


Ein Raum, der zeigt, dass Loslassen ein Teil eines natürlichen Prozesses ist, in dem wir von Werden und Vergehen bestimmt werden. Ein Raum, der erinnert, dass Neubeginn nicht erzwungen werden muss. Eine Zeit, die dich zurückführt zu dir selbst.


Vielleicht liegt genau dort die Kraft der Raunächte: Sie erinnern uns an einen Ort in uns, den wir gar nicht verloren haben, er ist nur über den lauten und manchmal überwältigenden Alltag leiser geworden. Sie helfen uns, uns selbst wieder wahrzunehmen, zu spüren.

Moderne Raunächte – mein eigener gelebter Weg

Wenn ich auf das zurückschaue, was sich über die Jahre in mir entwickelt hat, dann sehe ich einen Weg, der zwischen den Welten liegt. Ein Weg, der nicht erklärt werden kann, alles hat sich fast von selbst an seinen Platz begeben. Ich habe den Podcast nicht geplant und auch nicht, dass meine Arbeit so sehr davon bestimmt wird. Ich habe die Raunächte einfach gelebt, und jetzt sind sie sozusagen in mir verkörpert. Die Raunächte sind zu einem Teil von mir geworden, die in jedem Atemzug einfach gelebt werden und zu einem Weg, bei dem ich dich begleite, wenn du magst, damit du dich wieder mit dir selbst verbinden kannst.


Die Raunächte gehören dir, und du lebst sie auf deine Weise, und vielleicht berühren dich die Raunächte gerade deshalb, weil sie nichts von dir verlangen, weil es nicht erforderlich ist, sich alten Traditionen zu unterwerfen. Weil es reicht, dass du dich erinnerst an deinen eigenen Rhythmus, an deine eigene Wahrheit, an dein ganz persönliches Licht, das in dieser Zeit wieder greifbar wird.


Die Raunächte sind kein Weg, den wir nur allein gehen. Innenschau braucht Raum, der lebendig wird, wenn wir uns miteinander austauschen, wenn wir Worte finden für das, was in uns geschieht, und wenn wir spüren, dass wir mit unserem Erleben nicht allein sind.


Deshalb lade ich dich in meine Community ein. Einen Ort, an dem Fragen, Erfahrungen und leise Erkenntnisse miteinander geteilt werden dürfen. Einen Ort, an dem Verbindung entsteht, während jede und jeder den eigenen Rhythmus behält.


Und dort findest du auch meine Begleitung durch die Raunächte. Zur Community geht es HIER entlang, es öffnet sich ein neues Fenster und du wirst zu Skool weitergeleitet





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