Meine Reise

Die Fragen eines Kindes sind schwerer zu beantworten, als die eines Wissenschaftlers

- Alice Miller -

Seit ich mich erinnern kann, wollte ich VERSTEHEN, was um mich geschieht, wie die Dinge funktionieren, wie Menschen funktionieren, wie die Welt funktioniert.

Jeder Tag war spannend und voller neuer Möglichkeiten. Ich war oft so versunken die Welt zu beobachten, dass ich Raum und Zeit vergaß. Statt zu spielen, wollte ich lieber Lesen lernen. Denn früh habe ich verstanden, wer lesen kann, bekommt Antworten.

Intuitiv hatte ich einen Begriff von der Welt. Aber, was ICH verstand, passte nicht mit dem zusammen, was mir von den „Erwachsenen“ gesagt wurde. Letztlich kam ich zu dem Schluss: Was ich denke und fühle, ist verkehrt.

 

Denn wir können Kinder nicht nach unserem Sinne formen

-Johann Wolfgang von Goethe -

Ich wollte lernen, blöderweise nicht das, was in der Schule Stoff war, sondern das Leben. Das hatte zur Folge, dass ich in der Schule „schlecht“ war. Ich habe es vorgezogen, heimlich ein (nicht altersgerechtes Buch) unter dem Tisch zu lesen, als dem zuzuhören was die Lehrer „lehrten“. Wahrscheinlich habe ich dadurch mehr gelernt, als mir vermittelt wurde. Dachte aber, weil meine Noten schlecht waren, gebe ich mir nicht genug Mühe.


Dinge ordnen, ihnen eine Form geben hat mich immer fasziniert. Ich wollte Dinge zusammenbringen, sodass sie passten, und folgte dabei meiner Intuition. Ich lernte, dass meine Idee von dem was zusammenpasst, anders war, als das was meine Umwelt für richtig hielt.


Ebenso erkannte ich, dass die meisten Menschen ein Leben leben, welches man allgemein hin für RICHTIG hält und wenig dem folgen, was sie selbst für passend halten. Also versuchte ich mich anzupassen, aber es wollte mir einfach nicht gelingen.

 

„Denke daran, dass etwas, was du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.“

-Dalai Lama-

Eine meiner Stärke ist Durchhaltevermögen. Dieses Durchhaltevermögen entpuppte sich als Schwäche, es trieb mich immer weiter dazu, mich mehr und mehr anzustrengen NORMAL zu sein.

Ich heiratete und bekam Kinder. Lebte ein Leben, das überhaupt nicht zu mir passte und machte mich damit so unglücklich, das ich abrutschte in eine Depression.

Obwohl ich mir dabei zusehen konnte, wie mich ein Strudel tiefer riss, konnte ich keinen Widerstand leisten.

Ich fiel in ein dunkles Loch, aus dem ich lange die falschen Auswege suchte.

Vor meinen Augen zersprang meine Ehe. Plötzlich war ich alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder, mit dem Gefühl auf ganzer Linie gescheitert zu sein. Ohne Einkommen, ohne eine Idee wie es weitergehen kann.

 

Ein Sonnenstrahl reicht hin, um viel Dunkel zu erhellen.

- Franz von Asissi -

Meine Depressionen waren der härteste Abschnitt meiner Lebensreise. Mir erschien alles wie ein unüberwindbarer Berg.

Ich suchte Auswege, ging zu einem Therapeuten, nahm brav Antidepressiva. Ich tat alles, was man mir sagte. Natürlich konnte ich nicht gesund werden, da ich weiterhin nicht MEINEN Weg ging.

Dann geschahen zwei Dinge, die eine Wende in mein Leben brachten. Das habe ich jedoch erst sehr viel später verstanden.

Da ich kein eigenes Einkommen für mich und meine, noch sehr kleinen Kinder hatte, für die Beiden aber zu Hause sein wollte, kam ich, über viele ZUFÄLLE zum Kartenlegen am Telefon. Dieser Umstand sorgte sofort dafür, dass ich mir diesbezüglich keine Sorgen machen musste.

Zeitgleich machte ich eine ungewöhnliche Erfahrung. Mitten in einem Gespräch, in dem ich sehr emotional und erschöpft auf eine Situation reagierte, konnte ich mich auf einmal wahrnehmen. Als stünde ich neben mir und würde mich beobachten. Ich sah wie mein Denken mich in ein Drama, in diese Emotionalität und diese Erschöpfung brachte.

Dieses Betrachten meiner Selbst in dieser Situation war so absurd, das ich mich nicht weiter schlecht fühlen konnte. Ich fing lauthals an zu Lachen. Mein Gegenüber, der eben noch versucht hatte, mich in meinem emotionalen Ausbruch zu trösten, muss gedacht haben, ich sei völlig verrückt geworden.

 

Von den Chinesen können wir einiges lernen. Man hat mir gesagt, sie hätten ein und dasselbe Schriftzeichen für die Krise und für die Chance.
– Richard von Weizsäcker -

Dieses Erkennen meiner Selbst, brachte eine weitere Erkenntnis mit sich: Wenn ich gesund werden wollte, musste ich herausfinden, welches Leben zu mir passt.

Ich musste herausfinden WER ICH BIN.

Ohne es zu merken, war ich schon längst auf meinem Weg. Während ich mich herauskämpfte aus meinem Loch, das meine Depressionen ausmachte, legte ich Menschen die Karten, beriet sie, tröstete sie. Das tröstete mich, half mir, die Welt und mich besser zu verstehen. Ich war Lehrerin und Schülerin zugleich.

Die Beratungen waren intuitiv und die Zeit flog nur so an mir vorbei. Ich fühlte mich lebendig und glücklich, in diesem Tun.

Aber es reichte mir nicht ICH WOLLTE VERSTEHEN, was diese Menschen trieb.

Meine Seele heilte und mit meiner Heilung fand ich in mir die Neugier, Forscherlust und Offenheit für das scheinbar UNMÖGLICHE wieder.

 

Ich fühle mich sehr abenteuerlustig. Es gibt noch so viele Türen, die zu öffnen sind, und ich habe keine Angst, dahinter zu schauen.

- Elizabeth Taylor-

Wieder las ich, gezielt und konzentriert. Psychologie, Hirnforschung, Achtsamkeit, alles, was mit dem menschlichen Geist zusammenhängt, habe ein Studium zum Master Practioner of Mindfulness in England abgeschlossen und studiere über einen Fernkurs kognitive Verhaltenstherapie.

Immer gibt es eine neue Erkenntnis, neue Ideen, neue Inspirationen. Bücher, Lehrer und Workshops und Studium, können mir systemische Modelle bezüglich der menschlichen Seele und deren Heilung vermittelt. Ein leeres Grundgerüst an dem ich mich orientieren kann. Erst die Erkenntnissen und Erfahrungen, meiner Lebensreise füllen dieses Gerüst mit dem nötigen Wissen, um heute ein erfolgreicher Coach zu sein.

Ich bin mir sicher, dass ich noch nicht alles gesehen habe, noch lange nicht alles Erfahren habe.

Diese Wissbegierde, die Offenheit und Neugier auf das, was möglich ist, bewegt mich immer weiter. Diese Eigenschaften ermöglichen es mir, ohne vorgefertigte Meinungen zuzuhören.

Mein Kopf stellt beständig Thesen auf, wie etwas sein könnte. Durch meine intensive Arbeit mit Menschen habe ich den Mut entwickelt, diese Thesen und Ideen, so ungewöhnlich sie sein mögen, auch auszusprechen.

Oft genug fange ich mir dann einen ungläubigen BLICK ein und ein ausgerufenes: “JA, JA, genau das ist es, ich hätte das so nie ausdrücken können, ABER GENAU DAS ist es.„

Mir wird nachgesagt, ich könnte tief in die Menschen hineinschauen.

Egal, wie sich der Kern der Dinge zeigt, WICHTIG ist, das selbst erfahrene Erkenntnisse meine Klienten unterstützen, immer mehr sich selbst sein zu können.

Mein Mut mich hinauszubewegen aus meiner Depression, in ein Leben, das zu mir passt, hat mir ein Leben beschert, in dem ich als begeisterte Reisebegleiterin, vielen Menschen begegnet bin, die sich vor meinen Augen in Schmetterlinge verwandelt haben und fliegen lernten.

 

Es kann Dir jemand die Tür öffnen, aber hindurchgehen musst du selbst.

- Konfuzius -

Auf dem Weg durch mein Leben habe ich verstanden, das es DEN Masterplan für ein Leben, ein Projekt oder einen Weg nicht gibt.

JEDER trägt SEINEN individuellen Masterplan in sich. Das erfordert kreatives Denken und die Freiheit zu tun, was für einen selbst passt.

Meine Lieblingsmomente sind die, in denen ich zu hören bekomme,

          - DU HAST MEIN LEBEN VERÄNDERT –

Wenn Inspiration und Begleitung, erreichen, das MUT entsteht durch Türen zu gehen, die sich öffnen. Wenn sich plötzlich Wege auftun und sich alles von selbst fügt, ist das für mich die größte Belohnung.

 

Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.

- Konfuzius -

Auf meinem Lebensweg bin ich gewandert, vom liebenden und hoffnungsvollen Kind, das Menschen glücklich machen wollte, zu der enttäuschten und verletzen Jugendlichen, die dem Leben verwirrt begegnet, hin zu einer jungen Erwachsenen die, ihre eigene Kraft nicht erkennt und glaubt falsch zu sein, mit Ihren Ideen und Gedanken.

Einer Ehefrau, die so lange versucht sich dem "richtigen" Leben anzupassen, bis sie in einer tief greifenden Depression erkennen muss, das der Versuch etwas zu leben was sie nicht ist, Ihre Krankheit befeuert.

Ein verrückter Weg, manchmal schmerzhaft und beschwerlich, manchmal fast schon absurd und voller Komik. MEIN INDIVIDUELLER LEBENSWEG hat mich an all diese Orte gebracht. Und all das ergibt rückblickend Sinn.

 

Oft wenn wir glauben, wir wären am Ende von etwas angekommen, stehen wir bereits am Anfang von etwas anderem.

- Fred Rogers -

Angekommen bei mir, mit dem Mut zu leben, was ich für MICH als gut und richtig entscheide. Hat mich nicht nur glücklicher gemacht, es hat mein Leben komplett verändert.

All die Dinge, von denen ich teilweise nicht gewagt hätte zu träumen, oder deren Träume ich unterwegs verloren hatte, kamen wie von selbst in mein Leben. Teilweise fast magisch, aber auf jeden Fall ungewöhnlich.

Inzwischen lebe ich nicht nur meine Berufung. Zu meiner kleinen Familie gesellte sich ein Partner. Uns wurde noch ein Kind beschert, das der ganzen Familie eine Inspiration an Lebensfreude ist.

- HAPPILY AFTER –


Aber, auch das ist nur ein neuer Anfang, an dem ich während meiner Lebensreise stehe.

Es wird mit Sicherheit Schönes, nicht so Schönes oder auch Unerwartetes geschehen. Im Leben ist das einzig Sichere die stetige Veränderung, gewappnet mit dem, was ich bisher auf meiner Reise erlebt, habe schaue ich zuversichtlich und voller Neugier auf das, was kommt.

 

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©2019 Nina Roosen.